Waisenhaus

Waisenhaus

 

Wegen ausbleibenden Spenden mußte dieses Projekt hoffentlich nur vorrübergehend eingestellt werden. 


"JU DJECIJI DOM Mostar "

Dieser Name steht für ein Projekt, das typisch ist für Hilfen, die gut gemeint, jedoch leider kurz gedacht sind. Doch zunächst ein wenig zum Hintergrund.

Es war 1994 und ich war dienstlich in Mostar tätig. Da hörte ich zum ersten Mal etwas von diesem Waisenhaus. Es bestand aus Containern und war Zufluchtsort für etwa 28 bis 30 Kinder, deren Eltern im Krieg ihr Leben gelassen hatten. Im Winter war es schwer, den Innenraum warm zu bekommen und die kleinen Insassen froren. Dafür glichen sie im Sommer bei Außentemperaturen jenseits der 40 Grad eher Backöfen. Damals haben wir das Waisenhaus im Rahmen von Umbauten unterstützt und so mancher meiner Kollegen hat dort durch Geld- oder Sachmittel ein kleines Zeichen gesetzt.

Dann kam eine gute Nachricht die besagte, dass die Ägyptische Regierung beabsichtigte, für die Kinder ein Gebäude zu errichten, um ihnen ein menschenwürdigeres Leben zu ermöglichen und ihren Bedürfnissen genügt. Nach einer kurzen Planungsphase wurde das Vorhaben auch in Angriff genommen. Es wurde ein von der Hauptstraße, der Marsala Tita, gut zu sehendes Gebäude erstellt. Zur Straße hin liegt das Verwaltungsgebäude, dem sich eine Großküche mit Speisesaal anschließt. Eine Sporthalle ist vorhanden und als Wohnraum dienen sieben Pavillons mit Blick zum Fluss, der Neretva. Das Konzept wurde für die Aufnahme von 100 Kindern entwickelt. Nach der Fertigstellung der Gebäude wurde das Waisenhaus in die Verantwortung des Kantons Mostar übergeben.

Und hier beginnt das, was ich eingangs mit 'kurz gedacht' formulierte. Der Kanton verfügt nun zwar über ein gut ausgestattetes Waisenhaus, hat aber nicht die erforderlichen finanziellen Mittel, um die Verwaltung und den Unterhalt der ihm anvertrauten Einrichtungen zu sichern. Dies zeigt sich schon darin, dass nicht, wie geplant, 100 Kinder dort versorgt werden, sondern lediglich 46, obwohl es genügend Anträge zur Aufnahme gibt. Es wurden hier die Voraussetzungen geschaffen, um einiges für die Kinder zu ermöglichen; die weitere Finanzierung aber wurde dabei außer Acht gelassen.

Nach Angaben der kaufmännischen Direktorin, Frau Sabaheta Kadic, die leider verstorben ist, werden lediglich ca. 30% der anfallenden Kosten durch den Kanton Mostar getragen. Das restliche Geld muss irgendwie erwirtschaftet bzw. beschafft werden. Dies ist ein Gewaltakt, der Verantwortlichen des Hauses mehr und mehr überfordert. Und die Leidtragenden sind wieder einmal die Kinder.

Um nicht tatenlos zuzusehen und auf den Exodus zu warten, haben wir uns entschlossen, das Waisenhaus in die Liste der durch unseren Verein geförderten Projekte aufzunehmen. Es bleibt uns und den Kindern die Hoffnung, dass vielleicht auch Sie, liebe Leser, dazu beitragen wollen, dass diese Einrichtung den Kindern noch lange Zeit ein Zuhause bietet.