Kindergarten

Kindergarten in Mostar-Cernica




Ende Januar 2003 und nur wenige Wochen vor unserer damaligen Februarfahrt nach Bosnien-Herzegowina, erhielten wir eine Anfrage per FAX, die den Kindergarten in Mostar-Cernica betraf. Dieser Kindergarten wurde vom Hermann-Gmeiner-Fonds „SOS-Kinderdörfer“ erbaut, ist seit 1998 in Betrieb und für Kinder aller Ethnien frei. Hier haben sie Gelegenheit, von morgens 08:00 Uhr bis nachmittags 15:30 Uhr spielerisch unter Fachaufsicht und Anleitung die ersten Lernschritte zu unternehmen.

Der Aufbau des Kindergartens ist gut durchdacht und ebenso organisiert. Heute ist hier eine eigene Küche vorhanden, in der täglich für die Kinder gekocht wird. Es ist ein Krankenraum zu finden, in dem eine ausgebildete Krankenschwester während der Öffnungszeiten kleinere Blessuren versorgt und mit ersten Medikamenten in Form eines Bonbons oder Lutschers für schnellere Heilung sorgt. Es gehört auch zum Tagesablauf, dass den Kindern die Möglichkeit eingeräumt wird, nach dem Mittagessen eine Stunde zu schlafen. Dazu besitzt jede der drei Gruppen Liegen, die stapelbar sind und somit nicht zu viel Platz in Anspruch nehmen.

Die Oberaufsicht über die Arbeit der Erzieherinnen hat eine ausgebildete Psychologin, Frau Berima Hacam, die wir bereits aus dem Zentrum für traumatisierte Kinder kennen. Die Direktorin, Frau Selma Catic, hat vor einigen Monaten Frau Samija Sefo, die seit den ersten Stunden des Kindergartens dort tätig war, abgelöst. Leider verfügt der Kindergarten nur über ein geringes Budget und muss mit sehr spitzem Stift rechnen, weil sich das Engagement von SOS-Kinderdorf mittlerweile auf andere Projekte in anderen Ländern bezieht. Es fehle nun an Geld, um abgenutztes Inventar zu erneuern und schadhafte Spielgeräte zu reparieren oder auszutauschen, schrieb man uns. Dazu waren die am dringendsten benötigten Artikel aufgelistet.

Im Verlaufe unserer Fahrt Ende Februar nutzten wir die Gelegenheit, um uns, wie man so schön sagt „vor Ort“ zu informieren. Wir fanden einen Arbeitsbetrieb vor, wie er besser kaum sein kann. Die räumlichen Möglichkeiten wurden weitestgehend ausgeschöpft und obwohl die Küche von der Planung her zunächst nur auf die Entgegennahme und Verteilung von angeliefertem Essen zugeschnitten war, hat man wegen der zu hohen Kosten den Vertrag aufgekündigt, etwas umorganisiert, und nun wird in eigener Zuständigkeit eingekauft und gekocht. Obwohl die Beschäftigten hier, von der Direktorin bis zur guten Seele des Kindergartens, nur ein geringes Gehalt bekommen - und dies auch nicht regelmäßig - lassen sie das die Kinder nicht spüren.

Im Vorgriff auf unsere Fahrt wurde durch Abstimmung im Verein ein Betrag von 600,00 € vorgesehen, der für die wichtigsten, ersten Ausgaben verwendet werden konnte. Dieser wurde auch in voller Höhe in Anspruch genommen. Jetzt macht es den Kindern zwar immer noch Spaß, mit den Fingern zu essen, aber als Alternative haben sie nun auch wieder kindgerechtes Besteck und ihre eigene Tasse. Dies war zwar nur der bekannte Tropfen auf dem heißen Stein; aber – und das wurde ebenfalls im Verein beschlossen – wir wollen versuchen, im Rahmen unserer Möglichkeiten und durch Übernahme einer Patenschaft für den Kindergarten dieses Projekt weiterhin zu unterstützen.  Und dies, damit die Chancen, die den Kindern hier geboten werden, entsprechend genutzt werden können. Sollten Sie uns bei dieser Aufgabe helfen wollen, sprechen Sie uns an oder unterstützen Sie uns mit einer Spende auf unser Spendenkonto, Kennwort: Kindergarten.

Ihr
H. Dieter Pohl